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22.09.2015, 20:32 Uhr
Krankenhauspraktikum in Brackenheim
Friedlinde Gurr-Hirsch informiert sich vor Ort

„Das Brackenheimer Krankenhaus ist eine feste Gesundheitsinfrastruktur im Zabergäu, der viele Bürgerinnen und Bürger sehr verbunden sind“, stellte Friedlinde Gurr-Hirsch während ihres eintägigen Praktikums fest. Eingeladen hatte sie der örtliche Personalrat Karl-Heinz Lang und der Gesamtpersonalratsvorsitzende der SLK-Kliniken, Jens Mohr.

Brackenheim -

Mit 130 Betten ist das Krankenhaus auch eher ein „Krankenhäusle“ – was die Beliebtheit in der Bevölkerung nicht schmälert. Dennoch liegt seine Größe unterhalb der Rentabilitätsgrenze, die normalerweise im Krankenhausbereich gilt. Wichtigstes Anliegen war für die Personalräte, dass das Krankenhaus auch weiterhin für die Menschen im Zabergäu eine gute Nahversorgung bieten kann. „Eine fachliche Spezialisierung ist in den vergangenen Jahren leider nicht gelungen, ist aber aus meiner Sicht eine zwingende Voraussetzung für den Fortbestand des Krankenhauses“, so Friedlinde Gurr-Hirsch zur Zukunft der Klinik. Sie hoffe, dass dies im Verbund der SLK doch noch gelingt. Eine große Herausforderung liegt aus Sicht der Personalvertreter auch im Fachkräftemangel, der sich beim Pflegepersonal besonders extrem manifestiert. „Nichtsdestoweniger ist es zu loben, welch gute Leistung in diesem Krankenhaus erbracht wird“, sagte Friedlinde Gurr-Hirsch, die auch von vielen Gesprächen mit Bürgern aus der Region Lob mit nach Brackenheim brachte.

 

Das Krankenhausstrukturgesetz des Bundes bezeichneten die Personalräte noch als große Baustelle, die für die Baden-Württembergischen Krankenhäuser in der aktuellen Form nicht tragbar sei. Denn obwohl es mehr Mittel für Pflegestellen und einen Strukturfonds für bessere Versorgung geben soll, befürchtet die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft, dass im Land durch das Gesetz jährlich 60 Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen. „Wir wissen, dass die Baden-Württembergischen Krankenhäuser die effizientesten in ganz Deutschland sind, und werden uns deshalb auf der Bundesebene für deren Interessen einsetzen. Im Rahmen ihrer Klausurtagung in Berlin hat sich die CDU-Landtagsfraktion gegenüber der Staatssekretärin im Gesundheitsministerium vehement für die Interessenslage der Baden-Württembergischen Krankenhäuser eingesetzt“, versicherte Gurr-Hirsch den Personalvertretern.